Marco Bechis

marco-bechisMarco Bechis wurde 1955 in Santiago de Chile als Sohn einer Chilenin und eines Italieners geboren. Er wuchs im argentinischen Buenos Aires auf. Als linker Aktivist und Grundschullehrer geriet er unter Videlas Militärdiktatur in Haft und in ein Folterlager. Auf Druck seiner Eltern wurde er nach zehn Tagen und zahlreichen Folterungen einem normalen Gefängnis überstellt. Drei Monate später emigrierte er nach Italien, wo er auch die italienische Staatsbürgerschaft erhielt.

Seit Anfang der 1980er Jahre lebt Bechis in Mailand. Weitere Auslandsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Los Angeles und Paris. In New York arbeitete er als Fotograf und Video- Künstler und schuf 1982 in Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Video-Installation Desaparecidos (Die Verschwundenen - Wo sind sie?), in der er sich den Gräueltaten der argentinischen Militärdiktatur und auch seinen eigenen Erlebnissen erstmals stellte. Ab 1981 studierte Bechis an der Mailänder Filmhochschule Albedo und legte 1982 mit Mi sembra d'averlo gia' visto einen ersten 40-minütigen Film auf 16 mm vor. Zwei Jahre später gewann er für den siebenminütigen auf Video produzierten Absent (1984) einen Preis auf dem norditalienischen Festival von Salsomaggiore Terme. Daraufhin folgten mit Esterno tango (1987) und Storie metropolitane (1988) weitere Arbeiten auf 16-mm- Format. Der Durchbruch als Filmemacher gelang Bechis erst 1991 mit seinem Spielfilmdebüt Alambrado. Die argentinisch-italienische Koproduktion wurde auf mehreren internationalen Filmfestivals gezeigt und war 1991 im Wettbewerb des Filmfestivals von Locarno vertreten.

Nach dem ersten Erfolg als Filmemacher schrieb Bechis gemeinsam mit Fremder das Drehbuch für Maurizio Zaccaros preisgekröntes italienisches Kriegsdrama Il carniere (1997) und verarbeitete mit dem Dokumentarfilm Luca's Film den Aids-Tod seines Mailänder Freundes Luca Pizzorno im Jahr 1994. Ebenfalls autobiografischen Ursprungs war der 1999 produzierte Spielfilm Junta, in der eine junge Studentin zu Zeiten der argentinischen Militärdiktatur von der Geheimpolizei verschleppt wird und sich plötzlich ihrem schüchternen und in sie verliebten Mitbewohner gegenüber sieht, einem „Verhör"-Spezialisten. Junta avancierte zu Bechis' bisher erfolgreichsten Film, gewann 17 internationale Film- und Festivalpreise und brachte dem Italiener unter anderem den Silbernen Condor für die beste Regie ein, Argentiniens nationalen Filmpreis. 2001 widmete sich Bechis mit Figli/Hijos erneut erfolgreich der argentinischen und eigenen Vergangenheitsbewältigung und vertraute seinem Junta-Darsteller Carlos Echevarría wieder die Hauptrolle an. In dem Drama spielt Echevarría den Sohn eines in Italien lebenden argentinischen Exilanten. Dieser kommt erst durch eine in Buenos Aires lebende, unbekannte Zwillingsschwester zu der Erkenntnis, dass er als Neugeborener von einem Piloten der argentinischen Luftwaffe adoptiert wurde, der zahlreiche Gegner des Militärregimes, darunter auch seine leibliche Mutter, über dem Meer verschwinden liess. War Bechis' Figli/Hijos 2001 noch ausserhalb des Wettbewerbs der Filmfestspiele von Venedig gezeigt worden, konkurrierte er 2008 mit BIRDWATCHERS um den Goldenen Löwen.


FILMOGRAFIE

  • 2008 BIRDWATCHERS
  • 2001 FIGLI/HIJOS
  • 1999 GARAGE OLIMPO (D: JUNTA)
  • 1994 LUCA'S FILM
  • 1991 ALAMBRADO
  • 1981-1988 Kurzfilme und Videos
 

Newsflash

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