In Zusammenarbeit mit Survival International

Das Volk der Guarani - Wie leben sie?

BIRDWATCHERS_14Die Guaraní waren eines der ersten Völker, mit denen die Europäer vor etwa 500 Jahren bei ihrer Ankunft in Südamerika in Kontakt kamen. Es gibt etwa 42.000 Guaraní in Paraguay, wo Guaraní zusammen mit Spanisch Landessprache ist. In Brasilien sind die etwa 46.000 Guaraní das größte indigene Volk des Landes. Weitere Guaraní leben in den Nachbarstaaten Bolivien und Argentinien. Dabei gibt es viele Guaraní-Untergruppen. Die Guaraní sind ein sehr spirituelles Volk, in deren Zentrum ihre Beziehung zu ihrem Land steht. Land ist der Ursprung allen Lebens und ist ein Geschenk des 'Großen Vaters' Ñande Ru. Jede Guaraní Gemeinschaft hat ein Gebetshaus und einen religiösen Führer, den `cacique', dessen Autorität mehr auf Prestige als auf formeller Macht beruht. Solange sie denken können, sind die Guaraní auf der Suche nach einem Ort, der ihnen von ihren Vorfahren offenbart wurde, an dem Menschen ohne Schmerz und Leid leben können. Sie nennen diesen Ort „Land ohne Übel". Seit Jahrhunderten haben die Guaraní auf der Suche nach diesem Land weite Entfernungen zurückgelegt.

Welchen Problemen stehen sie gegenüber?

BIRDWATCHERS_13Die Guaraní in Brasilien leiden sehr unter dem Diebstahl ihres Landes. In den letzten 500 Jahren wurde ihnen nahezu ihr gesamtes Land genommen. Auf ihrem früheren Land weiden nun Rinder oder wurden Plantagen errichtet. Viele Guaraní werden in kleine, überfüllte Reservate gezwängt; ihre Landparzellen wirken wie Inseln in einem Meer der Ackerwirtschaft der Großbauern. Diese Reservate sind nicht mehr groß genug, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Unterernährung ist ein ernstzunehmendes Problem für die Guaraní geworden, an deren Folgen seit 2005 mindestens 53 Kinder gestorben sind.

Die Guaraní sind gezwungen ihren Lebensstil zu ändern; statt Jagen und Sammeln sowie Wanderfeldbau, sind heute viele Guaraní stark von der Lohnarbeit abhängig. Oft arbeiten sie als Billiglohnkräfte für die lokalen Plantagenbesitzer. Es sind besonders die Guaraní-Kaiowá, die unter diesen Verhältnissen leiden. Dies führt zu negativen gesellschaftlichen Folgen wie schweren Depressionen und auch zu Selbstmord. Seit 1986 haben sich mehr als 517 Guaraní, vor allem Kaiowá das Leben genommen - der jüngste war gerade einmal 9 Jahre alt. Ein erst im Mai erschienener Bericht zeigte einen alarmierenden Anstieg der Suizide bei den Guaraní-Kaiowá: 2008 gab 34 Selbstmorde - sieben mehr als im Jahre 2007.

Widerstand

Mittlerweile versuchen viele Guaraní Gemeinschaften kleine Parzellen ihres angestammten Landes zurück zu gewinnen, indem sie das Land in so genannten „Retomadas" („Wieder-nahmen") besetzen. Diese werden von den Farmern zumeist gewaltsam unterbunden. Teilweise werden bewaffnete Angestellte angeheuert, um das Grundstück zu verteidigen und zahllose Guaraní wurden während oder nach den „Retomadas" getötet.

Ein historisches Gerichtsurteil des Obersten Gerichtshof Brasiliens im März dieses Jahres bestätigte die Landrechte der Indigenen des in Nordbrasilien gelegenen Reservats Raposa-Serra do Sol. Andere indigene Völker Brasiliens hoffen nun darauf, dass ihre Landrechte somit nun auch anerkannt werden. Für die Guaraní kann sich dies sowohl positiv als auch negativ auswirken. Das Urteil legt zum einen fest, dass brasilianische Bundesstaaten in Zukunft an Demarkierungen indigener Gebiete beteiligt sein müssen - was sich gerade bei der anti-indigenen Politik des Bundesstaates Mato Grosso do Sul negativ auf die Guaraní auswirken könnte. Zum anderen kann laut des Beschlusses des Obersten Gerichtshofs kein bereits demarkiertes Gebiet vergrößert werden - eine schlechte Nachricht für Völker, wie die Guaraní-Kaiowá, die meist auf winzigen Parzellen leben.

Für weitere Hintergrundinformationen besuchen Sie www.guarani-survival.org/de

 

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